
Ich habe keine Angst vor der weissen Leinwand. Darauf und daraus kann ich machen, was ich will.
Alles ist richtig und veränderbar. Das ist Freiheit.
Es ist jener flüchtige Moment, der mich fesselt — wenn eine Landschaft noch erkennbar ist und sich gleichzeitig schon entzieht. Wenn das Vertraute kippt. In diesem Zwischenraum, den ich immer wieder neu befrage und neu deute, entsteht meine Malerei. Architektur und Natur befinden sich in einem langsamen, unaufhaltsamen Ineinandergleiten — und genau diese Zone des Dazwischen ist mein eigentlicher Bildraum.
Was mich antreibt, ist eine Spannung, die ich für grundlegend halte in unserer Zeit: Wir bauen schneller, als wir begreifen. Strukturen wachsen in Landschaften hinein, die ihrerseits reagieren — mit Rückzug, mit Widerstand, mit Stille. Veränderung ist allgegenwärtig, aber selten greifbar. Meine Bilder entstehen aus diesem Bewusstsein. Sie erheben keinen Vorwurf. Sie halten inne — und laden ein, genauer hinzusehen.
Das Ausgangsmaterial meiner Arbeit ist das Körpergedächtnis — ein Geruch, ein bestimmtes Licht, eine Stimmung, die sich festgesetzt hat und nicht loslässt. Was ich male, ist nie der Ort selbst, sondern meine Lesart davon. Diese inneren Bilder tragen eine bittersüsse Qualität: durchzogen von Nostalgie, ohne sentimental zu sein. Es ist die Sehnsucht nach Räumen, die es so nicht mehr gibt. Nach einer Langsamkeit, die sich bewusst gegen die Rastlosigkeit der Gegenwart behauptet.
Ich arbeite seriell, weil ein einziges Bild nicht genügt. Die Abfolge der Tafeln erzeugt eine Bewegung — vergleichbar einem filmischen Abspann, der sich langsam, unweigerlich entrollt. Der Betrachter tritt ein in einen Raum, der sich öffnet und gleichzeitig schliesst. Mein Kompass ist der Prozess selbst: Ohne vorgefertigte Entwürfe reagiere ich auf das, was sich auf dem Bildträger entfaltet — hebe hervor, nehme zurück, lasse entstehen. So lange, bis das Bild seine innere Stimmigkeit gefunden hat. Eine Stimmigkeit, die ich nicht erzwingen kann. Die ich nur erkennen darf.
AKTUELLE AUSSTELLUNG - DESSIN Zentralschweizer Zeichnung - Galerie Kriens
DESSIN Zentralschweizer Zeichnung
09. Januar – 08. Februar 2026
Galerie Kriens
Schappe Kulturquadrat
Obernaustrasse 1d, 6010 Kriens
+41 41 484 22 21
info@galerie-kriens.ch
Zeichnung ist eines der ursprünglichsten künstlerischen Ausdrucksmittel – unmittelbar, vielfältig, persönlich. Mit «Dessin – Zentralschweizer Zeichnung» rücken dreizehn Ausstellungshäuser die zeichnerische Praxis der Region ins Zentrum. Vom schnellen Strich bis zur konzeptuellen Arbeit, von poetischen Bildwelten bis zu politischen Kommentaren zeigt sich, wie lebendig und relevant Zeichnung heute ist.
Initiiert von der Kunsthalle Luzern und dem Hans Erni Museum lädt das Kooperationsprojekt nach der ersten erfolgreichen Ausgabe 2022/23 erneut dazu ein, die Vielfalt des Mediums zu entdecken. Über 120 Künstler:innen aus der Zentralschweiz haben sich beworben; eine Auswahl davon wird von Ende Oktober 2025 bis Frühjahr 2026 in eigenständigen Ausstellungen präsentiert.
So entsteht ein einzigartiges Netzwerk, das die Kulturlandschaft der Region stärkt und den Dialog zwischen Institutionen, Kunstschaffenden und Publikum vertieft.
«Dessin» macht sichtbar, dass Zeichnung weit mehr ist als Skizze oder Vorarbeit: Sie ist Denkraum, Experimentierfeld und eigenständige Kunstform. Mit ihrer Offenheit für das Prozesshafte und Intime lädt sie zum genauen Hinsehen ein – und eröffnet neue Perspektiven auf das künstlerische Schaffen in der Innerschweiz.
Aldo Caviezel, Kulturbeauftragter Kanton Zug
piccolo cose – in der Galerie Kriens:
LAURA BIDER, REBECCA FÄSSLER, DELIA HESS, ELENA MARCUZZI, CLAUDE SEEBERGER, HENRI SPAETI
Vernissage:
Freitag, 09. Januar 2026, 19.00 Uhr
Einführung: Tobi von Wartburg (Kurator Galerie Kriens)
Gespräche über kleine Dinge:
Sonntag, 1. Februar 2026, 14 Uhr
Tobi von Wartburg mit Laura Bider, Delia Hess, Elena Marcuzzi, Claude Seeberger, Henri Spaeti
Ausstellungsdauer und Öffnungszeiten
09. Januar 2026 – 08. Februar 2026
Freitag, 16.00 – 19.00
Samstag, 14.00 – 17.00
Sonntag, 14.00 – 17.00
Galerie Kriens
Schappe Kulturquadrat
Obernauerstrasse 1d
6010 Kriens
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